Beweggründe der Erzieher und Erzieherinnen für den Streik

Liebe Eltern,

unser Streik geht jetzt bereits in die dritte Woche und erfordert von Ihnen ein hohes Maß an Flexibilität, Einsatz und Verständnis. Wir werden sie auf unserer Homepage weiterhin informieren.

Damit Sie unsere Beweggründe für den Streik besser nachvollziehen können, möchten wir Ihnen noch einige wichtige Informationen geben.

Im gesamten Sozial- und Erziehungsdienst ist seit Jahren ein zunehmender Mangel an qualifizierten Fachkräften zu verzeichnen. Die unbezahlte Ausbildung dauert lange (5 Jahre), der Beruf ist gesellschaftlich schlecht angesehen, psychisch & körperlich kräftezehrend und im Verhältnis zu anderen Berufen schlecht bezahlt.

Seit Jahren werden wir von der Politik mit neuen zusätzlichen Aufgaben verpflichtend versorgt. Stichworte sind hier z. B. der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für zweijährige Kinder, dann der Rechtsanspruch für einjährige Kinder, Beobachtung und Dokumentation, Inklusion und Partizipation, Ganztagsbetreuung, Entwicklungsgespräche und und und… Die Rahmenbedingungen wurden jedoch nicht entsprechend angepasst.

Wir wünschen uns bessere Rahmenbedingungen sowohl in der personellen Besetzung als auch in der räumlichen Ausstattung, um den sich ständig erhöhenden Anforderungen gerecht werden zu können. Wir wollen mehr Zeit für Fortbildungen und Vorbereitungszeit und die Freistellung der Kita-Leitungen von der Betreuungsarbeit. Dies ist nur machbar mit mehr und besser ausgebildetem Personal, das durch eine Höhergruppierung auch entsprechend wertgeschätzt und damit der Berufsstand für engagierte junge Menschen wieder interessant wird. Das ist wichtig, da sich der Fachkräftemangel bereits jetzt überall bemerkbar macht.

Eine Aufwertung kommt nicht nur den Beschäftigten zu Gute, sondern auch den Kindern und Familien, die auf Einrichtungen des Sozial- und Erziehungsdienstes angewiesen sind. Wir kämpfen nicht nur um die Attraktivität unseres Berufsbildes. Wir streiken, damit auch in Zukunft Ihre Kinder von gut qualifizierten und ausgebildeten Erzieherinnen engagiert und auf höchstem Niveau betreut werden können.

Ebenso wie wir um Ihr Verständnis für unsere Maßnahmen bitten, haben wir in dieser angespannten Zeit auch Verständnis für Ihre Situation. Doch die Verantwortlichen hierfür sitzen nicht in den Kitas selbst, sondern in der Kommunalpolitik von Land, Kreis, Verbandsgemeinde und Kommune. Dort wird über die Verwendung von Mitteln entschieden. Die Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) vertritt deren Interessen in den diesem Tarifkonflikt.

Bisher hat sich die VKA inhaltlich noch nicht mit den Forderungen der Erzieherinnen und unserer Gewerkschaften auseinandergesetzt. Am kommenden Donnerstag (28.05.2015) treffen sie sich lediglich zu einer Mitgliederversammlung. Die VKA hat es in der Hand den Streik mit einem verhandlungsfähigen Angebot jederzeit zu beenden.

Bitte unterstützen Sie uns auch weiterhin bei unserem Streik, indem Sie sich für uns einsetzen und Ihre Meinung äußern. Nutzen Sie Ihren Einfluss und treiben die VKA an, endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Mailen Sie direkt an die VKA unter .

Wir danken Ihnen für Ihre Unterstützung.